Definition: Vollzeitäquivalente

Kategorie: Frascati-Handbuch

Begründung der Vorgehensweise:
FuE kann für manche Personen eine Haupttätigkeit (z. B. Beschäftigte in einem FuE-Labor), für andere eine Nebentätigkeit sein (z. B. Beschäftigte in einer Konstruktions- und Testeinrichtung). Es kann sich auch um eine signifikante Teilzeittätigkeit handeln (z. B. Hochschullehrer oder Postgraduierte). Zählte man nur die Beschäftigten der FuE-Einrichtungen, würde man die FuE-Anstrengungen unterschätzen; die Zählung jeder Person, die einen geringen Teil ihrer Zeit auf FuE verwendet, würde hingegen zu einer Überschätzung führen. Daher sollte die Anzahl der in FuE tätigen Personen in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) ausgedrückt werden.

Erfassung in Personenjahren:
Ein VZÄ kann man sich als ein Personenjahr vorstellen. Eine Person, die normalerweise 30 Prozent ihrer Zeit in FuE arbeitet und den Rest mit anderen Tätigkeiten verbringt (wie Lehre, Hochschulverwaltung und Studienberatung), ist mit 0,3 VZÄ zu veranschlagen. Wenn ein in FuE Vollzeitbeschäftigter nur sechs Monate in einer FuE-Einheit gearbeitet hat, gilt dies als ein VZÄ von 0,5. Da der normale Arbeitstag (die normale Arbeitszeit) von Sektor zu Sektor und sogar von Institution zu Institution variieren kann, ist es unmöglich, VZÄ in Personenstunden auszudrücken.

Theoretisch sollte für das gesamte der Definition entsprechende FuE-Personal eine solche Reduktion auf VZÄ erfolgen. In der Praxis mag es allerdings akzeptabel sein, alle Personen, die mehr als 90 Prozent ihrer Zeit in FuE arbeiten (z. B. die meisten Beschäftigten in FuE-Labors), als ein VZÄ zu zählen und dementsprechend alle Personen, die weniger als 10 Prozent ihrer Zeit in FuE verbringen, auszuschließen.

Die Erfassung des Personals in Personenjahren in FuE sollte während desselben Zeitraums wie die Messung der Ausgabenreihen erfolgen.

Die im Frascati-Handbuch aufgeführte Definition von VZÄ von Humanressourcen im FuE-Bereich gilt auch für die Messung der VZÄ von HRST in verschiedenen Tätigkeitsbereichen:

-- Ein Doktorand, der auch als Schreibkraft arbeitet. Er oder sie wird sowohl als Student wie auch als Angestellter erfasst.

-- Ein arbeitsloser WuT-Mitarbeiter findet zwei Teilzeitbeschäftigungen in verschiedenen Berufen. Eine Person wird nicht mehr als arbeitslos registriert, zwei offene Stellen werden besetzt.

In einigen Fällen, z. B. bei Personen mit einer Haupt- und einer Nebenbeschäftigung, ist es u. U. möglich, modifizierte Daten über die Personalstärke zu verwenden, indem Einzelpersonen nach ihrer Haupttätigkeit erfasst werden. Im Falle des arbeitenden Studenten gibt die IAO beispielsweise vor, dass die Beschäftigung überwiegt. In anderen Fällen ist die Umrechnung in VZÄ das einzig effiziente Verfahren.
Quelle:
Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), "Die Messung wissenschaftlicher und technischer Tätigkeiten, Frascati-Handbuch 1993", OECD, Paris, 1994, § 295-299
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